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55. Biennale in Venedig: Beitrag von Ai Weiwei für Deutschland

Die 55. Biennale in Venedig bietet so viel Kunst wie nie zuvor: In 88 Pavillons stellen Künstler aus 37 Ländern ihre Werke zur Schau. Für Deutschland gestaltete der chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei einen Raum.

Am Samstag, den 1. Juni 2013 öffnet die 55. Biennale für das Publikum. In diesem Jahr wird mehr Kunst präsentiert als je zuvor - ganz neu dabei ist der Mini-Stadt-Staat Vatikan. Deutschland und Frankreich haben dieses Jahr ihre Pavillons getauscht. Der Tausch war vor anderthalb Jahren von den Auswärtigen Ämtern beider Länder angeregt worden.

Die französische Kuratorin Christine Macel vom Centre Pompidou findet das deutsche Pavillongebäude "großartig" und sagt: "Es ist einfach ein famoser Raum, und wir schleppen nicht diese historische Last der Deutschen mit uns herum." Im kantigen, monumentalen deutschen Pavillon präsentiert der aus Albanien stammende Künstler Anri Sala den französischen Beitrag. Seine Filminstallation heißt "Ravel Ravel Unravel" - ein Wortspiel der Verben "to ravel" und "to unravel" (verwirren und entwirren). Es zeigt Konzertaufzeichnungen und DJ-Remixe des "Klavierkonzert für die linke Hand" vom Komponisten Maurice Ravel.

Gegenüber liegt der französische, aber mit deutschem Beitrag gefüllte Pavillon. Die Kuratorin Susanne Gaensheimer vom Frankfurter Museum für Moderne Kunst hat in dem grazilen Säulenportal vier Künstler versammelt, die eigentlich nur eins gemeinsam haben: Sie besitzen keinen deutschen Pass.

In dem fast kreuzförmigen Grundriss nimmt der chinesische Künstler Ai Weiwei den zentralen Hauptraum ein. Er präsentiert eine verschlungene Holzskulptur aus Schemeln, die sich wie ein DNA-Strang durch den Raum zieht. Rings um seine Installation aus 866 alten Holzhockern gruppieren sich in Einzelräumen die drei weiteren Künstler. Der Südafrikaner Santu Mofokeng zeigt poetische Schwarz-Weiß-Fotos von Höhlenlandschaften, die zu Zeiten der Apartheid von der schwarzen Bevölkerung als spirituelle Rückzugsräume genutzt wurden, heute aber vom Bergbau bedroht sind. Den Filmregisseur Romuald Karmakar interessiert hingegen die extrem radikalisierte deutsche Jugend. Er filmte marschierende Neonazis und ließ den Schauspieler Manfred Zapatka Reden des Imams Mohammed Fizazi verlesen. Die indische Künstlerin Dayanita Singh zeigt schwarz-weiß-Fotografien indischer Bürostuben, Häuser und Höfe und dazu eine Projektion, in der ein ausgestoßener Eunuch auf ihrer Couch einen indischen Popsong singt.

Die diesjährige Biennale ist vom 1. Juni bis 24. November 2013 geöffnet. Der chinesische Künstler-Star Ai Weiwei hat erneut ein Ausreiseverbot aus China erhalten und wird leider nicht persönlich in Venedig erscheinen.

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