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"23 Tage" - YouTube-Videos werden zum Kinofilm

Mit "23 Tage" kommt heute ein neues Sommermärchen in die Kinos. Nachdem die WM 2006 im eigenen Land den Deutschen nicht nur ein neues Nationalgefühl beschert hatte, sondern mit "Deutschland - ein Sommermärchen" auch einen der erfolgreichsten Filme des Jahres, hatte man für dieses Jahr nachgeladen. Deutschland erreichte einen tollen zweiten Platz bei der Europameisterschaft und der erfolgreiche Regisseur, Darsteller und Autor Detlev Buck wollte einen Film darüber machen. Oder wollte er nur einen Film darüber sehen?

Das Konzept für "23 Tage" war nämlich kein klassisches, Buck verfolgte weder die Spiele mit der Kamera, wie Sönke Wortmann es damals tat, noch filmte er die Spieler in ihren Hotels. Stattdessen rief er über einen YouTube-Kanal Fußball-Fans dazu auf, ihre Zeit während der EM zu dokumentieren. Wie sie die Spiele sahen, wie sie jubelten, was sie erlebten. Dabei kamen 5.000 Minuten Film zusammen, die Buck auf 50 Minuten Dokumentarfilm schrumpfte. Das ist Kino 2.0, kaum zu glauben, mit welcher Kreativität die Fans und Hobbyfilmer an die Sache gegangen sind. Pünktlich zum 31. Juli, ziemlich genau einen Monat nach dem Finale zwischen Deutschland und Spanien, kommt der Film in die Kinos.

Mit diesem Aufruf animierte Detlev Buck die Fans dazu, über 2000 Videos hochzuladen

Buck bastelt den Spannungsbogen chronologisch um die Clips zweier Jungs auf, die mit dem Moped von Hamburg nach Wien fahren, um das Finale live miterleben zu können. Daneben kommen aber auch zahlreiche andere Charaktere zu Wort, witzig, amüsant, skurril und immer authentisch. Besonders schön ist auch anzusehen, mit wie viel Mühe und Geschick die Fans ihre Video-Tagebücher gestaltet haben. Mit Knet-Figuren, Lego-Steinen oder Tippkick-Kickern stellten sie die deutschen Tore nach, Stop-Motion-Technik mit allen Tricks. Das an sich ist schon unheimlich charmant, die Deutschen auf diese Weise bis ins Finale kommen zu sehen umso mehr.

Trailer zur Fan-Doku "23 Tage" von Detlev Buck und Fußballdeutschland

Dass der Fan-Film keineswegs die gutmütigen Fußball-Verrückten ausnutzt, zeigt die Vermarktung von "23 Tage". Der Kinobesucher zahlt nicht mehr als 2,3o Euro und die wandern auch direkt an die Organisationen "Laut gegen Nazis" und "Street Football World". Was bietet Detlev Buck also mit "23 Tage"? Authentisches Fan-Kino Ende Juli und das auch noch für eine gute Sache.

Quelle: Kino.de
Bild: 23Tage

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