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Im Kino: '127 Hours' und 'Dschungelkind'

Mit '127 Hours' und 'Dschungelkind' starteten gestern zwei Verfilmungen wahrer Begebenheiten. Die Geschichte des Abenteuerkletterers Aron Ralston ist dabei genauso außergewöhnlich wie jene von Sabine Kueglers Kindheit im indonesischen Dschungel.

Aron (James Franco) aus '127 Hours' sieht sich selbst als Insel. Freunde und Familie haben nicht den höchsten Stellenwert bei ihm und sind eher schmückendes Beiwerk in einem Leben, das von Erlebnis-Trips in die Natur bestimmt wird. Wenn er zum Wandern, Mountainbiking oder Klettern die Stadt verlässt, dass auch schon mal ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Genauso ist es auch, als er im April 2003 in die Canyons von Colorado aufbricht.

- Hier gehts zum Trailer von '127 Hours'

Dort kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Aron rutscht auf einem lockeren Felsen ab und klemmt sich schließlich den Arm ein. Fortan widmet er jeden Gedanken seiner Befreiung, aber die Zeit läuft gegen ihn. Ohne Nahrung, Flüssigkeit und stark unterkühlt beginnt er, sich mit seinem Leben auseinanderzusetzen und trifft schließlich eine drastische Entscheidung...

Der britische Regisseur Danny Boyle hat es nach dem Welterfolg 'Slumdog Millionär' erneut geschafft, vollständig die Richtung zu wechseln. Mit dem gleichen Team verfilmte er die extreme Geschichte von Aron Ralston, der im Jahr 2003 durch eine Selbstamputation schlagartig bekannt wurde. Neben der starken Regie, der außerordentlichen Musik von Oscar-Preisträger A. R. Rahman und der beeindruckenden Kameraarbeit ist es vor allem James Franco, der überzeugt. Völlig klar, dass eine der sechs Oscar-Nominierungen von '127 Hours' an ihn geht, er legt eine bewegende One-Man-Show hin und sorgt von Anfang an für eine authentische Darstellung Aron Ralstons.

Während sich '127 Hours' nur über einen Zeitraum von fünf Tagen erstreckt, erzählt 'Dschungelkind' die Geschichte einer Kindheit und Jugend. Sabine Kuegler (Sina Tkotsch) zieht als 8-Jährige in den indonesischen Dschungel, weil ihr Vater (Thomas Kretschmann) die Sprache des dort lebenden Fayu-Stammes erkunden will. Ihre Mutter (Nadja Uhl) hat Schwierigkeiten, sich den neuen Umständen anzupassen, Sabine und ihre Geschwister versuchen sich mit dieser außergewöhnlichen Kindheit und Jugend anzufreunden. Regisseur Roland Suso Richter hat schon mehrfach Geschick bei der Verfilmung wahrer Geschichten gezeigt ('Dresden', 'Das Wunder von Berlin'), bewegte sich allerdings noch nie so nah an einer Person und ihren Erlebnissen. 'Dschungelkind' ist eine toll bebilderte und gut gespielte Biografie über Identität und das Erwachsenwerden.

- Hier gehts zum Trailer von 'Dschungelkind'

Dramen sind so unterschiedlich wie das Leben, vor allem wenn sie auf realen Geschichten aus dem Leben basieren. 'Dschungelkind' und '127 Hours' sind solche authentischen Verfilmungen, mit denen man bei einem Kinobesuch sicher nichts falsch macht.

Bild: www.127hours.de, www.dschungelkind-film.de

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